Aus den Motiven der Stifter, Dres. Edith und Klaus Dyckerhoff

Die Römer verwendeten bereits für ihre Bauwerke zementartige Bindemittel, genannt Opus Caementitium. Erst mit dem Beginn des Industriezeitalters wurde diese Technologie industriell wieder aufgegriffen und ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch durch systematische Forschung weiter entwickelt. Es war dies die Zeit der Gründung der ersten Zementwerke in Deutschland (Bleibtreu, Dyckerhoff, Spohn, Schwenk) und des Verein Deutscher Zementwerke, der entscheidend zu dieser Forschung und Entwicklung beigetragen hat.

Der harte Wettbewerb auf überwiegend regional strukturierten Märkten zwingt die Zementhersteller heute zu einem strikten Kostenmanagement. Darunter leiden auch die für die Zukunftsfähigkeit so wichtigen Anstrengungen für Forschung und Entwicklung, selbst bei global operierenden Unternehmen. Forschungsmittel aus öffentlichen Haushalten sind ebenfalls wegen der schwierigen Lage der öffentlichen Finanzen nur noch schwer zu gewinnen.

Aus privaten Vermögen gespeiste wissenschaftlich-technische Stiftungen gewinnen in dieser Situation eine immer größer werdende Bedeutung. Dies gilt besonders bei der Förderung des wissenschaftlich geschulten Nachwuchses und bei der Auszeichnung außergewöhnlicher Leistungen in den für die zementgebundenen Bauweisen maßgeblichen Technologien. Die seit 1994 bestehende Dres. Edith und Klaus Dyckerhoff-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft leistet einen wichtigen Förderbeitrag in diesem Umfeld.

Heutiges und zukünftiges Bauen wird daran gemessen, wie es zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Ziele beiträgt. Lebenswertes Wohnen und Arbeiten in einer intakten Umwelt setzen ökonomische und ökologische Effizienz durch intelligente Nutzung der zur Verfügung stehenden Stoff- und Energieressourcen voraus.

Vor diesem Hintergrund sind bestehende und noch zu erforschende Herstellungs- und Anwendungstechnologien zementgebundener Bauweisen (Baustoffherstellung sowie Bauwerksplanung, -errichtung, -nutzung und -beseitigung) stetig zu bewerten und durch innovative Impulse zu fördern.